Shao Lin Tempel
Dieser Tempel ist Geschichte. Buecher wurden ueber ihn und seine Schueler geschrieben, Filme gedreht. Wie immer gibt es hier die etwas andere Sicht auf die Dinge.
 
Frueh uebt sich
Auf diesem Platz ueben etwa 200 Schueler. Gefragt nach dem Grund, die Kongfu-Schule zu besuchen, wurden koerperliche Ertuechtigung, Erziehung zur Selbstbeherrschung und spaetere berufliche Laufbahnvorbereitung genannt. Fuer Besucher gilt: wer nach 9 Uhr morgens kommt, sieht nur noch gaehnende Leere. Also eigentlich ist es nach 9 viel voller, nur sieht man eben keine Schueler mehr - nur noch tausende von Touristen.
Eingang zum Tempel
Shao Lin heisst woertlich KAUM BAEUME, aber so soll der Tempel natuerlich nicht wirklich heissen. Um die eigentliche Bedeutung zu verschleiern, hat man die Betonung von Shao (dritte Betonung, von oben nach unten und wieder nach oben) einfach auf die vierte (von oben nach unten) geaendert.
Haus im Tempel
Hauswand im Tempel
Haus im Tempel
Raus aus dem Tempel
Nur fuer den Fall, dass der Moenchsgesang den Schuelern zu eintoenig wird, hat hier ein schlauer Moench eine kleine terrestrische Antenne platziert.
Figuren auf Tempeldach
Mai Mai
Mai heisst kaufen, Mai heisst verkaufen - nur ein Beispiel fuer die Vieldeutigkeit der chinesischen Sprache. Natuerlich ist es nicht ganz so, denn die Betonung der beiden Mais ist nicht ganz gleich;-)

Jedenfalls haben diese beiden Moenche hart dafuer zu arbeiten, dass der Tempel finanziell ueberleben kann. An jeder Ecke werden Kettchen, Steine und Souvenirs verkauft - ein merkwuerdiges Bild fuer den Besucher, zumal der Eintritt mit 10 Euro (auch fuer Chinesen) reich bemessen ist. Nach grober Schaetzung der Besucher muesste der Tempel am Tag so ungefaehr zehntausend Menschen aufnehmen, jeder zahlt 10 Euro. Demnach verdient dieser Tempel nur durch Eintrittsgelder einhunderttausend Euro - am Tag. Hmm, fraglich wiederum ist, warum die Tempelanlagen in so schlechtem Zustand sind.
Notausgang aus dem Tempel
Waeschetrockner im Tempel
Moenchsfriedhof im Tempel
Moenche wurden verbrannt, die Asche in Urnen gegeben, die Urnen in die Graeber gestellt. Je mehr Etagen ein Grab hat, desto wichtiger war der Moench. Die Asche der Moenche sei (nicht persoenlich auf Wahrheitsgehalt ueberprueft) nicht wie die herkoemmlicher Menschen, also staubfoermig, sondern kugelfoermig. Dies habe mit der rein veganen Ernaehrung der Moenche zu tun - und natuerlich auch mit deren Reinheit.
Eingang zum Grab
Die Tuer sieht groesser aus als sie ist. Im Regelfall ist sie etwa 40 Zentimeter hoch.
Mangelnde Pflege
Wie gesagt, enttaeuscht der mangelnde Wille zur Erhaltung der Substanz.
Grabschaendung oder mangelnde Pflege?
Diese Graeber sind von Touristen begehbar, beruehrbar, eigentlich alles-bar. Kein Wunder also, dass die Graeber grossenteils mindestens in schlechtem, in vielen Faellen in Besorgnis erregendem Zustand sind.
Sieben Etagen fuer den Chef
Hier liegt offensichtlich ein ziemlich wichtiger Moench begraben.
Gipfel
Letztes erreichbares Grab (es wurde berichtet, dass weitere Graeber bereits vom Berg verschlungen worden und somit nicht zugaenglich seien). Touristen turnten darauf herum, krochen sogar in den Tempel hinein. Auf Nachfrage bei hilflos dreinschauenden Wachmoenchen wussten diese sich nur mit der chinesischen Standardausrede zu helfen: zai ZhongGuo ren tai duo le (in China gibt es zu viele Menschen). Liebe Unesco, was unterstuetzt ihr hier eigentlich?
Aufstieg zum Berggipfel
Dieses Bild spricht ein wenig ueber die gedankenlose Vermischung des historischen chinesischen Lebens mit dem Heute. Was es nicht sagen kann ist, dass an jedem der Lift-Maste ein Lautsprecher angebracht ist, der Popmusik in die Berge schreit, die in keiner Weise etwas mit dem Tempel oder seiner Geschichte zu tun hat.