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29.09.2007 |
| Dies ist das Jahr des Schweins, nicht einfach irgendein Jahr des Schweins, sondern das Jahr des Goldenen Schweins. Folgerichtig heiraten in diesem Jahr mehr Chinesen als in sonstigen Jahren, werden in diesem Jahr viel mehr Kinder geboren als in sonstigen Jahren - dieses Jahr ist einfach ein nicht zu ignorierender Gluecksbringer. Nun, auch Franks Chinesischlehrerin hatte sich im Februar 2007 bereits standesamtlich unter die Haube bringen lassen. Und welcher Zeitpunkt koennte besser fuer die traditionelle Hochzeitsparty sein als der Nationalfeiertag. Im Vergleich zu einer deutschen Hochzeit ist bei einer chinesischen Hochzeit richtig was los, werden richtig vielen Leute eingeladen, wird richtig viel Geld zum Fenster rausgeschmissen;-) |
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| Eine von etwa 20 Seiten in einem von drei Hochzeitsalben, die alle in kuenstlicher Umgebung aufgenommen wurden. In jeder Stadt gibt es Fotostudios, die sich auf Hochzeiten spezialisiert und ein ganzes Arsenal von traditioneller und moderner Hochzeitskleidung sowie passender Studio-Hintergruende angeschafft haben. |
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| Auslaendische Hochzeitsgaeste zu haben, ist fuer Chinesen ein Plus im Ringen um die Platzierung auf einer inoffiziellen Wertigkeitsskala der Hochzeit. Auf Xiao Zhangs Party war neben Frank auch noch eine andere Schuelerin mit ihren Kindern, die sich als Brautjungfern verdingen durften. |
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| ...sitzen waerend der Vorbereitungen zum Einlassen des Braeutigams in die muetterliche Wohnung in einem extra Raum und machen ihre eigene Party |
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| Die Braut - Xiao Zhang - mit ihren Eltern im elterlichen Schlafzimmer. Gleich wird der Braeutigam in der elterlichen Wohnung um die Uebergabe der Tochter an ihn werben. |
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| Xiao Zhang ist eigentlich nicht ihr richtiger Name, denn sie heisst Zhang Xiao. Das chinesische Zeichen von Xiao vor dem Zhang ist nicht das gleiche wie das von Xiao nach dem Zhang. Xiao nach dem Zhang ist ihr richtiger Vorname. Aber, da Zhang Xiao juenger ist als Frank, darf er sie auch mit Xiao Zhang ansprechen, was soviel heisst wie kleine Zhang. |
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| Der Braeutigam ist angekommen, steht vor Schlafzimmertuer von Xiao Zhangs Eltern und will seine Frau sehen. Das wird ihm nicht ganz leicht gemacht, denn er muss zuerst einige Fragen richtig beantworten: wann hast du deine Frau kennengelernt, wann hast du sie gefragt, ob sie dich heiraten will, usw. Auch Geld wird verlangt - im klassisch chinesischen Hongbao (roter Umschlag). |
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| Er hat es geschafft. Aber, die Braut hat keine Schuhe an, denn die sind versteckt worden und muessen nun von ihm und seinen Freunden gesucht werden. |
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| Zou Dan, die Brautzeugin fuer Xiao Zhang, ist unter Bedraengnis, denn sie will nicht freiwillig verraten, wo die Schuhe der Braut versteckt sind. Aber, nach Uebergabe einiger Hongbaos ist sie bereit, die Verstecke zu verraten. Das beliebteste Versteck zumindest eines Schuhs wird im Regelfall recht schnell vom Braeutigam selbst gefunden - die Braut sitzt drauf und hat ihn mit dem Hochzeitskleid abgedeckt. |
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| Nun hilft der Braeutigam der Braut beim Schuheanziehen. Die Braut sitzt waehrend der gesamten Zeremonie auf dem Bett ihrer Eltern. |
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| Beim Einsteigen in die Hochzeitskutsche wird ein kleines Feuerwerk abgefeuert. In Luo Yang, der Heimatstadt des Brautpaares, hat die Stadtverwaltung eigene Feuerwerke verboten - aus Sicherheitsgruenden. Das hier benutzte Feuerwerk versprueht lediglich Papierschnipsel. |
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| Hier gilt auch wieder was bereits zur Teilnahme von Auslaendern gesagt wurde: je mehr Kutschen desto besser. Und am besten vom deutschen Hersteller. Xiao Zhangs Familie hatte 9 Audi-Kutschen gemietet. |
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| Nachdem der Braeutigam nun die Braut uebernommen hat, trifft man sich mit den Eltern des Braeutigams in der neuen, eigenen Wohnung des Brautpaares. Xiao Zhang und Peng Tao leben eigentlich in Shanghai, aber Wohnung muss sein, sonst gibt es keine Braut;-) |
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| Das Bett ist mit Nuessen und Datteln uebersaeht. Das soll das Schwangerwerden beschleunigen. |
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| Nun, dies ist die beste Huette in der Stadt. 70 Tische, an jedem Tisch 10 Leute, jeder Tisch kostet 600 RMB (umgerechnet 60 Euro). Hier sind also heute etwa 700 Hochzeitsgaeste vereint. Da heute die Eltern des Braeutigams bezahlen muessen, sind auch die meisten der Gaeste Freunde und Bekannte der Eltern des Braeutigams. Etwa zehn Prozent der Gaeste gehoeren zur Familie, der Rest sind Bekannte. Wer hier nicht eingeladen wurde, gilt als nicht wichtig. Demnach gab es im Vorfeld der Hochzeit einige Beschwerden, aber 70 Tische sind eben einfach genug. Der ganze Spass wird etwa eineinhalb Stunden gehen: Zeremonie, anstossen, essen, aufstehen und gehen. |
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Braut und Braeutigam haben sich je einen Redner ausgesucht, der zu Beginn der Hochzeitsfeier Loblieder auf Braut oder Braeutigam singen und beiden die Wichtigkeit der heutigen Veranstaltung klarmachen wird. Der Braeutigam wird durch den Chef des Vaters vertreten, die Braut von Frank. Uuups, dies ist Franks erste Rede auf Chinesisch in der Oeffentlichkeit;-)
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| Nach altem Brauch muss die Braut ihre kuenftigen Schwiegereltern vor der Hochzeit mit Tante und Onkel ansprechen, das gleiche gilt fuer den Braeutigam. Die Braut bittet Schwiegermutter und Schwiegervater, Tee zu trinken; der Braeutigam tut das gleiche mit seinen Schwiegereltern. Im Anschluss daran duerfen die beiden ihre Schwiegereltern mit Mutter und Vater ansprechen. |
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| Dies ist wirklich ein sehr aufregender Moment fuer das Brautpaar. |
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| eigentlich wird das mit jedem Tisch gemacht. Da aber die Aussicht, den letzten Tisch stehend zu erreichen, bei 70 Tischen recht gering ist, haben sich die Eltern und das Brautpaar auf die Buehne gestellt und stossen mit den Gaesten an. |